Karl Roche: Aus dem roten Sumpf oder Wie es in einem nicht ganz kleinen Zentralverband hergeht

Erstausgabe Berlin 1909, wieder lieferbar.

„Noch während des »Sozialisten-Gesetzes« tritt Karl Roche der illegalen sozialdemokratischen Partei bei. 1891 wird er in der von der »Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands« geführten Gewerkschaftsbewegung aktiv. 1907 stellt die Polizeiverwaltung der Stadt Bochum Roche das Qualitätszeugnis aus, er sei »in der sozialdemokratischen Partei wie in der freigewerkschaftlichen Arbeiter-Bewegung in schärfster und gehässigster Weise tätig« gewesen.

Für den Hauptvorstand des Bauhilfsarbeiterverbandes verfaßt Roche drei größere Untersuchungen, ohne daß seine Autorenschaft gewürdigt, geschweige denn genannt wird. Die ausgesprochen schlechte Behandlung der angestellten ‘niederen Chargen’ durch die Vorstandsmitglieder und der ungehobelte Umgangston mit ihnen erinnert an ostpreußische Gutsbesitzer, nicht an Kollegen und Genossen, die die Befreiung der arbeitenden Klassen auf ihre Fahnen geschrieben haben. Am 19. 4. 1909 wird Roche wegen seiner verbandsöffentlich geäußerten Kritik am Hauptvorstand (darunter Unterschlagungen von Mitgliedsbeiträgen durch den Hauptkassierer) schließlich fristlos gefeuert.

Da die Hamburger SPD Roche die Gelegenheit verweigert, im Parteiorgan Hamburger Echo zum Rausschmiß Stellung nehmen zu können, verläßt er nach 22 Jahren die Partei und tritt zur lokalistischen »Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften« über. Im Verlag der FVdG erscheint noch im selben Jahr der Bericht über seine ‘Abenteuer’ beim Hauptvorstand des »Zentralverband der Bauhülfsarbeiter Deutschlands« unter dem Titel »Aus dem roten Sumpf«.“

Soweit der „Klappentext“ der mittlerweile dritten Reprint-Auflage von Roches Rotem Sumpf. Der Verlag bedankt sich herzlich bei Jonnie Schlichting für die freundliche Genehmigung der Verwendung der Roche-Biografie auf http://archivkarlroche.wordpress.com/2012/10/29/wer-war-karl-roche-2/. Die dortige „biografische Skizze“ und das Archiv insgesamt seien hiermit ausdrücklich empfohlen.

Schon wieder ein historischer Text…? Ja, aber einer, der sich vorzüglich für die heutige politische Praxis eignet. Dass Kritik an den Gewerkschaftsführungen keinesfalls eine neuzeitliche Erscheinung ist, läßt sich mit diesem „wichtigsten Dokument der Kritik an den Zentralverbänden“ (H.M. Bock) wunderbar aufzeigen (das hat u.a. die hohe Verkaufszahl beim Neupack-Streik gezeigt); zudem ist wegen des herrlich sarkastischen Stils Roches das Heft ein echtes Lesevergnügen.

32 Seiten, € 2,50
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https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=4058&prod=3567

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